Dass die USA datenschutztechnisch eher locker drauf sind, hat man ja tief im Inneren immer schon irgendwie geahnt. Aber solange es beim diffusen Ahnen blieb, hat man es eben mit der Auswahl der genutzten Dienste nicht so genau genommen. Wir haben über Google gemailt, über Facebook geshared und über Skype kommuniziert.

Seit Edward Snowden jetzt aber über den Guardian und die Washington Post verraten hat, wie die amerikanischen Geheimdienste die Welt mit dem Prism-Programm ausspionieren, wird es uns dabei mehr als mulmig. Sieht so die digitale Gesellschaft der Zukunft aus?

Einfach mal umsteigen?

Plötzlich überlegt man sich doppelt, welche Informationen man über welches Medium mitteilt – uns geht es zumindest so. Ein konsequentes Nicht-Nutzen aller entsprechenden Dienste – Microsoft, Google, Yahoo, Facebook, PalTalk, YouTube, Skype, AOL und Apple – wäre die einzig sichere Lösung zum Schutz der Daten, würde aber gleichzeitig das digitale Sozialleben stark einschränken. Mindestens.

Trotzdem: Facebook & Co leben nicht nur von unseren Daten, sondern vor allem von unserem Vertrauen und sie sollten es sich verdienen. Einmal mehr fühlen wir uns bei peerigon in unserem strengen Datenschutzkonzept und dem Verzicht auf irgendwelche Verbindungen zu amerikanischen Unternehmen bestätigt.

„Yes we scan“

Ein Gutes hat das Ganze immerhin: Wie bei jedem Internetdrama kann die Netzgemeinde sich auch hier einige ironische Reaktionen nicht verkneifen. Nicht nur Obamas mal mit so viel Enthusiasmus aufgenommener Wahlspruch wird verballhornt. Der österreichische Standard verbreitet Obama-Kopf-Sticker, die man sich als Gadget über die Webcam kleben kann und der tumblr-Blog „Obama Is Checking Your Email“ sorgt für Lachen und Gänsehaut zugleich.