Es ist in unseren Breitengraden vielleicht nicht allzu oft der Fall, aber: Wenn es im Sommer auch nachts warm bleibt, ist das die ideale Gelegenheit für eine spontane Übernachtung im Freien:

Blätterrauschen und Grillenzirpen, Sternschnuppen (Mitte August hat man richtig gute Chancen!), ein Hauch von Abenteuer beim Lauschen auf die vielen unbekannten Geräusche und vielleicht ein selten beobachteter Sonnenaufgang – jeder Freizeitheld, Abenteurer und auch jeder Romantiker sollte eine Nacht unterm Sternenhimmel unbedingt mal ausprobiert haben. Wir haben ein paar Tipps zusammengetragen.

Im Freien übernachten – Wo darf man, wo nicht?

Zelten ist in Deutschland grundsätzlich nur auf Privatgelände und ausgewiesenen Campingplätzen erlaubt. Langweilig. Aber wenn man im Zelt schläft, hat man vom Sternenhimmel ja sowieso nichts, deswegen gibt’s nur eines: Das Zelt zu Hause lassen.

Das Übernachten ohne Zelt und ohne Feuer (dazu zählt auch ein Grill) wird in öffentlichen Wäldern in Deutschland weitgehend geduldet. Von Naturschutzgebieten sollte man sich allerdings auf jeden Fall fernhalten und wer auf privaten Wiesen oder Feldern nächtigen will, sollte vorher sicherheitshalber die Erlaubnis des Besitzers einholen. So oder so ist es immer sinnvoll, sich möglichst unauffällig zu verhalten und den Schlafplatz müllfrei und wie im Ursprungszustand zu verlassen.

Ideale Platzwahl

Um im Freien zu übernachten muss man nicht weit weg fahren – oft reicht es schon, einfach die Stadt zu verlassen und sich im Umland ein lauschiges Plätzchen zu suchen. Wer beim Wandern oder Spazierengehen einen netten Fleck entdeckt, kann ihn sich ja für die nächste Übernachtung vormerken.

Der ideale Übernachtungsplatz sollte möglichst ruhig, windgeschützt und nicht in unmittelbarer Nähe eines Hochsitzes liegen. Wer moosigen Untergrund findet, liegt bequemer (sollte aber am besten eine Plastikfolie unter die Isomatte legen, damit alles schön trocken bleibt). Ein Bach in der Nähe schafft eine idyllische Akustik, sorgt aber unter Umständen für mehrmaliges nächtliches Aufstehen ;)

Gar nicht gut schläft es sich in der Nähe von stehenden Gewässern wie Tümpeln, Teichen, etc. – denn hier wimmelt es nur so von Stechmücken. Und abgestorbene Bäume sind eine Gefahr, solange sie noch stehen: Schon ein etwas stärkerer Wind kann sie umwerfen, auch in ihrer Nähe sollte man sich also lieber nicht zum Übernachten ausbreiten.

Dafür hat eine schöne Aussicht einen besonderen Reiz: auf einer Anhöhe, am See oder mit Blick auf einen romantischen Sternenhimmel schläft (bzw. wacht) es sich besonders gut.

Übernachtungsgepäck – Was mitnehmen?

Nachdem das Zelt und der Grill schon mal wegfallen, hält sich auch das Gepäck in Grenzen: Isomatte und ein guter Schlafsack sind das A und O – denn auch in milden Nächten kann es in den Morgenstunden doch mal empfindlich kühl werden.

Wer morgens trotzdem frierend wach wird, dem hilft ein wenig Bewegung, ein warmer Tee und ein bisschen Essen, um die körpereigene Wärmeproduktion wieder in Schwung zu bringen.

Viel ist es nicht, was man zum Übernachten im Freien braucht – hier eine Ausrüstungsliste:

  • Isomatte
  • evtl. zusätzlich Plastikfolie gegen Feuchtigkeit von unten
  • Schlafsack
  • Fleecejacke und andere warme Klamotten
  • Essen
  • Tee in Thermoskanne
  • Taschenlampe
  • Wärmekissen zum Knicken
  • Mückenspray und/oder Moskitonetz

Nächtliche Gefahren?

Auch wenn das „ungeschützte“ Übernachten im Freien nach Abenteuer schmeckt – Angst vor wilden Tieren muss man keine haben. Rehe, Wildschweine und Co. sind in der Regel scheu und meiden den Menschen. Am gefährlichsten sind da noch Zecken – eine vorherige Impfung kann nie schaden.

Ansonsten bleibt nur noch die Gefahr eines überraschenden Regengusses – aber mit einem ordentlichen Check am besten mehrerer Wetterberichte kurz vor dem Aufbruch lässt sich die auch vermeiden… ;)

Wir wünschen viel Spaß beim abenteuerlichen Übernachten in der freien Natur!